À propos… Traveling

English version below

Also haben wirs geschafft. Wir sind endlich auf unsere grosse Reise gestartet. Geplant war diese schon lange aber wurde immer wieder verschoben, nicht zuletzt durch die ständig wechselnden Reisebeschränkungen der einzelnen Länder. Unser Ziel war ursprünglich Südamerika. Da dort die Bestimmungen eher schwierig sind um nicht zu sagen ultra aufwendig ist es nun Costa Rica geworden. Von dort, so unsere Hoffnung, werden wir dann mit der Zeit und Grenzöffnungen weiter südlich reisen können. Wenn das nicht passiert, sind wir also recht schnell wieder zuhause, weil Costa Rica auch nur eine Aufenthaltserlaubnis von 90 Tagen erlaubt. Da wir nicht den Flug nehmen wollen, bleibt uns also nur die Land- oder Seegrenzee und die muss für Touristen halt offen sein. Eigentlich wollten wir auch mit dem Boot über den Atlantik, da die Grenzen aber noch zu sind, mussten wir den Flug nehmen. Wir haben lange darüber nachgedacht, ob wir das wirklich machen wollen und sind dann zu dem Entschluss gekommen, doch zu gehen. Unsere Argumente dafür sind, dass es zeitlich gerade für unsere Lebensabschnitte perfekt passt, Corona nicht die letzt Pandemie bleiben wird und deswegen das Reisen eh in Zukunft nicht sicher sein wird. Das rechtfertigt allerdings nicht den Fakt, dass angesichts der Bedrohung des Klimawandels eine Unterstützung dessen durch das nehmen eines Flugzeugs diesen weiter vorantreibt. Jetzt kann man natürlich sagen, dass Flugzeug sei eh geflogen und es würde garkeinen Unterschied machen. Aber jede unserer Entscheidungen macht einen Unterschied, jede unserer Aktionen hat einen Einfluss auf jemand oder etwas anderes. Darüber sollte man sich bei all seinen Taten bewusst sein und entsprechend reflektiert durch die Welt gehen.

Das Mindeste was wir also machen können ist den Flug zu kompensieren. Dafür gibt es verschiedene Rechner mit den unterschiedlichsten Projekten. Eine Zusammenstellung findet ihr in diesem Artikel (1).
Also haben wir den Flug genommen von Zürich nach San Jose über Madrid. Für 2 Personen sind das ca 5 Tonnen klimawirksame Emissionen. Dafür müssten 5 Buchen 80 Jahre lang wachsen, wir könnten 2,25 Mio km Bahn fahren (3) oder 376 kg Rindfleisch essen (2). Bei der Berechnung der Auswirkungen von Flugzeugen gehen neben dem CO2 als Treibhausgas noch die Effekte wie Kondensstreifen und Ozonbildung ein. Die Gefühle während des Fluges waren gemischt. Auf der einen Seite Vorfreude auf die neuen Erlebnisse und auf der anderen Seite eine uns doch sehr fremd gewordene Art des Reisens. Innerhalb so kurzer Zeit so viele Zeitzonen zu durchfliegen und sich apprupt daran gewöhnen zu müssen is schon ne rechte Belastung, dazu billiges Essen und das Sitzen in einem engen Schlauch hintereinander während Corona, wenn die Gastro in Europa komplett geschlossen ist, ist schon ein schräger Gegensatz.


So sind wir also nun in Costa Rica, der «Schweiz von Zentralamerika». Das spiegelt sich nicht nur an den Preisen wieder sondern auch am Lebensstandard, der verglichen mit dem Rest Südamerikas wohl hier am höchsten liegt. Den Name hat das Land damals scheinbar von Christopher Kulumbus als Reiche Küste erhalten und das merkt man direkt wenn man sich etwas abseits von den Hauptstrassen befindet. Wenn wir in unserem Hostel was essen, kann man neben Kolibris, Fledermäusen und Vögeln eine Vielzahl an verschiedenen Pflanzen finden. Costa Rica liegt zwischen dem Pazifik und dem Atlantik, beheimatet geschätzte 5 % der Artenvielfalt der Welt, besitzt mehrere klimatische Zonen und dient als Korridor für Tierwanderungen zwischen Nord und Südamerika. Nachdem man im 20. Jahrhundert viel des ursprünglichen Landes für die Landwirtschaft gerodet hatte entschliess man sich dazu Land zurückzukaufen (auch mit ausländischen Investoren) und Nationalparks und Schutzreservate einzurichten. So können zumindest für einen bestimmten Zeitraum für viele Organismen Rückzugsorte geschaffen und die hohe Biodiversität bewahrt werden.
Anders als die bequemen Regierungen der «westlichen» Staaten hat Costa Rica sich das Ziel gesetzt bis 2021 klimaneutral zu werden, was sicherlich etwas leichter ist, als wenn man grosse mächtige industrien im Land hat die bei zu grossen Einschränkungen mit Arbeitsplatzverlusten drohen. Allerdings ist auch Costa Rica nicht schlecht mit Monokulturen und Pestizideinsatz unterwegs. Ein grosser Anteil des BIP wird durch den weltweiten Bananen-, Ananas- und Palmölexport getragen, was zu grossen Monokulturen mit einer gefühlten Biodiversität von 1 und einem weltweit grössten Pestizidsatz pro Jahr führt. Auch hier hat die Rationalisierung der Landwirtschaft dazu geführt, dass Kleinbauern zu Tagelöhnern wurden oder in die Stadt zogen und grosse internationale Firmen auf ihren Plantagen wenige Menschen beschäftigen (4). Aber nur so kann man in Europa eine Ananas zu so einem Preis anbieten. Der Grossteil der Wirtschaftsleistung geht allerdings an den Tourismus.
Costa Rica ist eines von 16 Ländern ohne Armee. Diese hat man 1948 abgeschafft und hat das Geld für sinnvolle Dinge wie die Einrichtung von Nationalparks oder den Infrastrukturausbau genutzt.
Wir sind sehr gespannt, was uns hier alles erwarten wird in einem Land wo die begrüssung und Verabschiedung und alles sonst Pura Vida ist. Wir haben schon die ersten sehr positiven Erfahrungen gemacht und we`ll keep you posted. Peace out

English Version

So we did it. We finally started our big journey. It had been planned for a long time but was postponed again and again, not least because of the constantly changing travel restrictions of the individual countries. Our original destination was South America. Since the regulations there are rather difficult, not to say ultra burdensome, it has now become Costa Rica. From there, we hope, we will be able to travel further south with time and border openings. If that doesn’t happen, we’ll be back home pretty quickly, because Costa Rica also only allows a residence permit of 90 days. Since we don’t want to take the flight, our only option is the land or sea border, which has to be open for tourists. Actually, we also wanted to cross the Atlantic by boat, but since the borders are still closed, we had to take the flight. We thought for a long time about whether we really wanted to do that and then decided to go anyway. Our arguments in favour are that it fits in perfectly with our life stages, that Corona will not be the last pandemic and that travelling will not be safe in the future anyway. However, this does not justify the fact that, in view of the threat of climate change, supporting it by taking an aeroplane will further advance it. Now, of course, you can say that the plane was flown anyway and it wouldn’t make any difference. But every decision we make makes a difference, every action we take has an impact on someone or something else. We should be aware of this in all our actions and go through the world reflecting accordingly.

So the least we can do is compensate for the flight. There are various calculators with the most diverse projects. You can find a compilation in this article (1).
So we took the flight from Zurich to San Jose via Madrid. For 2 people, that’s about 5 tonnes of climate-impacting emissions. For that, 5 beech trees would have to grow for 80 years, we could travel 2.25 million km by train (3) or eat 376 kg of beef (2). When calculating the impact of aircraft, in addition to CO2 as a greenhouse gas, effects such as condensation trails and ozone formation are also included. The feelings during the flight were mixed. On the one hand, we were looking forward to the new experiences, and on the other hand, we were confronted with a way of travelling that had become very foreign to us. Flying through so many time zones in such a short time and having to get used to it is quite a strain, plus cheap food and sitting in a narrow tube one behind the other during Corona, when the restaurants in Europe are completely closed, is quite a contrast.

So here we are in Costa Rica, the „Switzerland of Central America“. This is reflected not only in the prices but also in the standard of living, which is probably the highest here compared to the rest of South America. It seems that the country got its name from Christopher Kulumbus as the Rich Coast, and you notice that directly when you get off the main roads. When we eat something in our hostel, you can find hummingbirds, bats and birds as well as a variety of different plants. Costa Rica lies between the Pacific and Atlantic Oceans, is home to an estimated 5% of the world’s biodiversity, has several climatic zones and serves as a corridor for animal migration between North and South America. After much of the original land was cleared for agriculture in the 20th century, it was decided to buy back land (also with foreign investors) and establish national parks and conservation reserves. In this way, retreats for many organisms can be created, at least for a certain period of time, and the high biodiversity can be preserved.
Unlike the comfortable governments of the „western“ countries, Costa Rica has set itself the goal of becoming climate-neutral by 2021, which is certainly somewhat easier than when you have large, powerful industries in the country that threaten job losses if the restrictions are too great. However, Costa Rica is not doing badly either with monocultures and pesticide use. A large share of GDP is supported by global banana, pineapple and palm oil exports, resulting in large monocultures with a perceived biodiversity of 1 and the world’s largest annual pesticide use. Here, too, the rationalisation of agriculture has led to small farmers becoming day labourers or moving to the city and large international companies employing few people on their plantations (4). But this is the only way to offer a pineapple at such a price in Europe. However, most of the economic output goes to tourism.
Costa Rica is one of 16 countries without an army. The army was abolished in 1948 and the money was used for sensible things like the establishment of national parks or the development of infrastructure.
We are very excited about what awaits us here in a country where greetings and farewells and everything else is pura vida. We have already had some very positive experiences and we`ll keep you posted. Peace out

1 – https://utopia.de/ratgeber/fliegen-co2-kompensation-ausgleich/

2 – https://www.oekotest.de/essen-trinken/Rindfleisch-nur-auf-Platz-2-Diese-Lebensmittel-sind-die-schlimmsten-Klimakiller-_600836_1.html

3 – https://www.co2online.de/klima-schuetzen/mobilitaet/bahn-oder-flugzeug-der-vergleich/

4 – https://www.deutschlandfunkkultur.de/ananas-anbau-suess-und-giftig.979.de.html?dram:article_id=277718

3 Kommentare zu „À propos… Traveling

  1. Interessanter Post – es hat meistens alles zwei Seiten. Finde es gut, dass ihr bei Eurer Reise das so im Blick habt. Memories for ever- freue mich auf mehr. .. und drück Euch die Daumen, dass die Grenzen sich bald öffnen ☘️👍

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